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Obergasse 29

(früher: Auf dem Hundsrück 101)

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ErbautDas Gebäude stand ursprünglich im Nachbarort Archenweyer. Das Baujahr ist nicht bekannt. Um 1690 wurde das Haus in Archenweyer abgebaut und in Steinweiler wieder errichtet.
Ursprüngliche NutzungDas Anwesen wurde ursprünglich landwirtschaftlich genutzt. Ab 1926 übte hier die Familie Baron das Handwerk der Krautschneiderei aus.
Derzeitige NutzungDas Wohnhaus wird privat genutzt.

Das Dörflein Archenweyer entstand um 980 südlich von Steinweiler. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte es sich
zu einer größeren Ansiedlung. Die heute noch existierende Archenweyerer Mühle wurde 1360 erstmals urkundlich
erwähnt.

Der Dreißigjährige Krieg (1618 -1648) brachte Hunger und Not über das Dorf. Viele suchten, um Leib und Leben zu
retten, in den Wäldern Schutz. Felder konnten nicht mehr bewirtschaftet werden, herumziehende Horden stahlen
das Vieh. Nach dem Krieg wurde der Ort langsam wieder aufgebaut, doch die 1665 von lothringischen Truppen
eingeschleppte Pest beendete die mühevolle Arbeit. Zwei Jahre wütete die Seuche, zuletzt war nur noch die Mühle
bewohnt, alle anderen Einwohner waren nach Steinweiler umgezogen. Ab 1668 kamen als letzte Einwohner
hugenottische Zuwanderer nach Archenweyer.

Der französische König Ludwig XIV. erhob 1685 über seine Schwägerin, Lieselotte von der Pfalz, Anspruch auf das
Amt Germersheim. Dies kam für die ansässigen Hugenotten einer Todesdrohung gleich und die meisten zogen
ab 1686 nach Kassel bzw. in die Uckermark weiter. Die Verbliebenen siedelten um 1690 mit den letzten drei Gebäuden, die noch in brauchbarem Zustand waren, endgültig nach Steinweiler um. Die Fachwerkhäuser wurden abgeschlagen und in der Obergasse und der Kreuzgasse wieder aufgebaut. Dieses Haus ist das Letzte noch existierende.