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Nach der Römerzeit war das Gebiet südlich der Linie Rülzheim-Insheim-Billigheim, kaum besiedelt. Jedenfalls gibt es keine Funde, die darauf hinweisen könnten. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass das Gebiet zwischen Billigheim, Kandel und Bad Bergzabern damals mit Wald bedeckt war. Die Ortsnamensendungen „-ingen“ und „-heim“, die ein Hinweis auf die ältesten germanischen Siedlungen sind, lassen die Südgrenze des Siedlungsraumes deutlich erkennen.

Die erste Stufe des durch Rodung erfolgten Landausbaues, etwa ab 600, zeigen die Ortsnamen auf „-weiler“ an, denen unmittelbar die Namen auf „-feld“ folgen. Etwa um diese Zeit dürfte die Siedlung Steinweiler entstanden sein.

Am 10. November 968 fertigte Kaiser Otto der Große eine Urkunde aus, mit der er seiner Gemahlin Adelheid, den Hof Steinweiler im Speiergau schenkte. Die Urkunde wird im Generallandesarchiv Karlsruhe aufbewahrt. Zugleich mit dem Hof Steinweiler schenkte ihr Otto noch weitere Besitzungen
im nördlichen Elsass.

In der Schenkungsurkunde von 968 wird der Ort erstmals mit „Steinwiläre“ bezeichnet und 14 Jahre später in einer anderen Urkunde mit „Steinwilre“, 987 wird er wieder mit „Steinwilri“ bezeichnet. Diese Schreibweise war etwa 350 Jahre gebräuchlich. 1348 kam dann erstmals die Bezeichnung „Steinweyler“ in Gebrauch und etwa ab 1585 war die heutige Bezeichnung „Steinweiler“ gebräuchlich. Man kann davon ausgehen, dass die „Villa“ aus Stein ein Herrenhaus oder ein größeres Gehöft war, das im Gegensatz zur damals üblichen Holzbauweise etwas Besonderes darstellte und zu der Namensgebung „Steinweiler“ führte.

Im Hauptarchiv München werden 38 Urkunden aus dem Mittelalter aufbewahrt, die Steinweiler betreffen. Aus einer Urkunde ist ersichtlich, dass im Jahre 1100 der Bischof zu Speyer seinen Steinweilerer Hof seinem Domkapitel übertragen hat.

Steinweiler gehörte zum Amt Billigheim. Das Amt, als Oberschultheißerei oder Amtsmannschaft bezeichnet, war ursprünglich Königsland und unterstand keiner Territorialherrschaft. Seine Bewohner unterstanden keiner Leibeigenschaft und wurden als „Königsleute“ bezeichnet. Zu dem Amt gehörte die Stadt Billigheim und die Dörfer Archenweyer, Klingen, Rohrbach und Steinweiler.

Am 25. Juli 1622 fielen kaiserliche Reiter, die überwiegend aus Kroaten bestanden, unter Führung des kaiserlichen Feldherrn Graf Tilly infolge des 30-jährigen Krieges über das Dorf Steinweiler her. Die Kirche und fast das ganze Dorf wurden niedergebrannt. Die Bewohner die nicht rechtzeitig flüchten konnten, wurden umgebracht. Nach dem Abzug der Kaiserlichen, Anfang 1623, trat für mehrere Jahre etwas Ruhe ein.

Am 1. Januar 1632 kamen die Schweden in die Südpfalz. Angeblich kamen sie als die Befreier der Protestanten. Aber die Übergriffe der Soldaten waren so schlimm, dass drei Monate nach ihrer Ankunft die Bewohner unser Dorf verließen und in den Wäldern und dem Gebirge Schutz suchten. Viele starben dort an Hunger und Krankheit. Die Schweden blieben bis zum Sommer 1635. Nach ihrem Abzug kamen wieder kaiserliche Truppen. Diese wurden später durch die Franzosen abgelöst. Inzwischen war die Hungersnot so groß geworden, dass nachts die Friedhöfe bewacht wurden, weil man befürchtete, dass die frisch Beerdigten wieder ausgegraben und verzehrt werden.

Aber auch dieser, grausame 30-jährige Krieg (1618-1648) ging zu Ende.

Nicht lange sollte der Frieden währen. Bereits 1666 zogen wieder fremde Heere über die Südpfalz hinweg. Mit diesen Kriegstruppen kam auch die Pest.

Sehr zu leiden hatte die Bevölkerung während des Spanischen Erbfolgekrieges (1702-1714).
In dieser Zeit wurde die Festung Landau viermal belagert und jedes Mal requirierten die Belagerer in den umliegenden Ortschaften alles, was sie zur Versorgung ihrer Truppen brauchten. Das ging soweit, dass im Spätjahr 1704 viele Steinweilerer in ihrer Not das Dorf verließen, um in abgelegenen Gegenden Zuflucht zu suchen.

Am 17. Dezember 1792 wurde in Steinweiler der Freiheitsbaum mit der Jakobinermütze gesetzt. Bereits am 14. Dezember 1792 richtete Steinweiler gemeinsam mit 31 weiteren südpfälzischen Gemeinden an den Französischen Nationalkonvent die förmliche Bitte um Aufnahme in die Französische Republik.

Der Nationalkonvent in Paris genehmigte am 28. März 1793 die Bitte der 32 Ortschaften.
Wegen des mittlerweile ausgebrochenen Krieges musste die Ausführung dieses Beschlusses bis zum Jahre 1795 verschoben werden.

Das Jahr 1795 brachte in Steinweiler eine große Veränderung der bäuerlichen Besitzverhältnisse. Die großen Kloster- und Kirchengüter, die bisher verpachtet waren, wurden bereits im Jahr 1791 beschlagnahmt und zum Nationaleigentum erklärt worden. Jetzt wurden sie öffentlich versteigert. Die etwa 884 Morgen Acker und Wiesen, die zur Versteigerung kamen,teilten sich einige wenige kapitalstarke Bauern und Kaufleute untereinander. Den weitaus größten Teil der Güter ersteigerte der aus Mannheim stammende Kaufmann Heinrich Hartmuth. Er und seine späteren Erben Osthoff waren damit die reichsten Leute von Steinweiler geworden. Am 13. Oktober 1799 kam das dem Bistum Speyer gehörendes Gehöft mit Nebengebäuden und angrenzenden Gärten in der Niedergasse, zur Versteigerung. Auch dieses Gehöft ersteigerten Hartmuth und Osthoff. Es blieb im Besitz dieser Familie, bis es kurz vor dem 2. Weltkrieg die Gemeinde Steinweiler als Gemeindehaus erwarb.

Hartmuth war ein großer Anhänger Napoleons. Auf seine Veranlassung hin, wurde anlässlich der Geburt des Sohnes Napoleons, des Königs von Rom und späteren Herzogs von Reichstadt, im Jahre 1811 die Napoleonssäule gesetzt, die bis heute noch am Dorfausgang nach Kandel steht.
Ein weiterer steinerner Zeuge aus der Napoleonszeit, die Ruhebank an der Kandeler Straße, wurde im letzten Krieg zerstört und nicht mehr aufgebaut.

Die Revolution von 1848/49 hatte auch in Steinweiler ihre Anhänger. Es wurde zwar eine Bürgerwehr gegründet, die aber
nie in Kriegerische Handlungen verwickelt wurde.

Zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 war Steinweiler mit starken Truppenkontingenten der III. Armee belegt. Als nach der Schlacht von Weißenburg der Krieg nach Frankreich hineingetragen wurde, war das Dorf wieder von den Truppen frei. Nach dem siegreichen Ende des Krieges wurde vor dem früheren Gemeindehaus eine Friedenslinde gepflanzt. An dem Feldzug gegen Frankreich nahmen 34 Steinweilerer teil. Davon war 1 Vermisster zu beklagen.

Die günstige Entwicklung von Steinweiler nach dem siegreich-en Krieg währte 43 Jahre. Dann brach der 1. Weltkrieg aus. In den mörderischen Materialschlachten an der West- und Ostfront mussten 46 Steinweilerer ihr Leben lassen. Nach dem Kriegsende wurde die Pfalz „französisch „.

Schon 1933 wurde die Demokratie durch das totalitäre Regime Hitlers hinweggefegt. Dem 2. Weltkrieg, der 1939 begannt, fielen 117 Männer und Frauen aus Steinweiler zum Opfer. Im letzten Kriegsjahr waren durch Artilleriebeschuss auch materielle Verluste zu beklagen.

Nach dem Kriegsende kamen die Hungerjahre. Erst ab dem Jahre 1950 konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden. In den folgenden Jahrzehnten (in Frieden und Freiheit) erlebte Steinweiler eine umwälzende Entwicklung. Im Süden und Osten des Dorfes entstanden zwei moderne Neubaugebiete. Die Kleinbauern gaben die Landwirtschaft auf und suchten sich Arbeit und bessere Verdienstmöglichkeiten in der Industrie.

Steinweiler ist zur typischen Wohngemeinde geworden. Dass sich ein gewisser Wohlstand gebildet hat, zeigt auch das allgemeine Dorfbild. Der Gemeinderat beschließt 1950 den Bau einer Ortskanalisation, diese wurde 1955 in Betrieb genommen. Somit verschwanden die Dorfgräben. Mit dem Bau einer gemeindeeigenen Wasserleitung befasste sich der Rat 1956. Kläranlage (1963) und Leichenhalle (1965) ergänzten die positive Dorfentwicklung. Alle Dorfstraßen wurden in einen sehr guten Zustand versetzt; und all dies, ohne das Dorf nennenswert zu verschulden.

1984 wurde der Bau eines Bürgerhauses durch den Gemeinderat beschlossen. Mittlerweile wird dieses Haus von der Bevölkerung und den Vereinen sehr gut angenommen. Am 30.01.1992 hat der Gemeinderat den Neubau der Grundschule beschlossen. Als Standort wurde der „Jahnplatz“ ( Ecke Brotäcker / Jahnstraße) festgelegt.

In den 90er Jahren ist das zusammenwachsen Europas das zentrale Thema. Auch die Gemeinde Steinweiler trug hierzu bei, indem mit der französischen Gemeinde Epinac im Jahre 1991 eine Gemeindepartnerschaft geschlossen wurde. Dass die Partnerschaft gelebt wird, zeigt die in der Vergangenheit erfolgten Besuche von Vereinen, aber auch von Privatpersonen der beiden Gemeinden.

Mit dem Bau eines Bahnhaltepunktes (erster Spatenstich 21.08.1999, Einweihung 12.08 2000) wurde die Attraktivität der Gemeinde wesentlich gesteigert. Die Nutzer haben dadurch sehr gute Alternativen auswärtige Ziele zu erreichen.

Die Umgestaltung des „Kerweplatzes“ war ein Anliegen, das mittlerweile umgesetzt wurde. Die Gestaltung des Ortskerns (Gemeindehaus / Bürgerhaus / Dorfplatz) ist somit abgeschlossen.
Das aktuelle Baugebiet „Brotäcker II“ wurde südöstlich von Steinweiler erschlossen. Dieses Gebiet beinhaltet auch Gewerbeflächen, die an das bereits bestehende Gewerbegebiet anschließen.