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Hauptstraße 38

(früher: Niedergasse 278)

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ErbautDas genaue Datum der Erbauung ist nicht bekannt. Vermutlich wurde das Gelände schon früh als Pfarrgut genutzt. Beim Wiederaufbau der 1622 im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Kirche wurde das Pfarrgut ausdrücklich erwähnt. Im Jahre 1720 erwarb es der Fürstbischof von Speyer. Nach 1745 erfolgte der Umbau im barocken Stil zu einem „Schloss“ als kleine Sommerresidenz.
Ursprüngliche NutzungDie Sommerresidenz diente gleichzeitig als katholisches Pfarrhaus. Im Jahre 1936 kaufte die
Gemeinde das Anwesen. Das Hauptgebäude wurde als Gemeindehaus, die Nebengebäude als
Spritzenhaus und Armenhaus genutzt.
Derzeitige NutzungIm Hauptgebäude sind der Ratssaal, eine Arztpraxis und Vereinsräume untergebracht. In den
Nebengebäuden befinden sich Sozialwohnungen.

Bildquelle: Postkartensammlung von Karl Zahneissen

Der Fürstbischof von Speyer, Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim (Bischof von 1719-1743), lässt das Pfarrgut kaufen. Im Jahre 1745 erfolgte der Umbau zum „Schloss“ als kleine Sommerresidenz durch Fürstbischof Franz Christoph von Hutten-Stolzenberg (Bischof 1743-1770). Das „Schloss“ diente gleichzeitig als katholisches Pfarrhaus. Die mächtigen Mauern des komplett aus Stein gebauten Hauses und der breite doppelseitige Treppenaufgang machten es zu einem der markantesten Gebäude des Dorfes. Beim Neubau des benachbarten Bürgerhauses entdeckte man, dass der künstlich umgeleitete Dorfbach das Ensemble umfloss.

Im Rahmen der Säkularisation wurde das Kirchengut durch den französischen Staat im Jahre 1790 enteignet. Johann Heinrich Hartmuth, Offizier der französischen Armee, erwarb bei einer Auktion 1795 das Anwesen. Er adoptierte Georg und Reinhold Osthoff, seine beiden Neffen. Im Laufe der nächsten Jahre vergrößerte er den Besitz durch Zukäufe in Rohrbach und Billigheim. Um 1807 besaß die Familie Osthoff-Hartmuth etwa 800 Morgen Land – das war etwa ein Drittel der gesamten bewirtschafteten Fläche des Dorfes. Viele Jahre bestimmte die Familie die Geschicke des Dorfes maßgeblich mit.

1936 wurde das Gut an die Gemeinde verkauft. Mit dem 1988 gebauten Bürgerhaus bildet das Ensemble den Dorfmittelpunkt.